Das verschwundene Wegekreuz – eine Müllenbacher Spurensuche


Hermann Bierschbach (links) und Martin Zimmer am wieder aufgestellten Wegekreuz von 1719 bei der Grube Rosalia.

Manchmal schreibt das Dorfleben seine ganz eigenen Geschichten – und diese hat sogar ein echtes Happy End.
Zwischen November 2011 und März 2012 verschwand in der Müllenbacher Gemarkung auf rätselhafte Weise ein rund 67 cm hohes Basalt-Wegekreuz mit der Inschrift „1719 BERNARDUS CKLAS HAUBERTUS“.

Seit über 300 Jahren stand das Kreuz am Weg zur Grube Rosalia, welcher bis heute Teil eines alten Pilger- und Verbindungsweges ist, der von der Rheinebene in Richtung Trier führt. Solche Wegekreuze dienten einst als Zeichen des Glaubens und des Dankes, als Orientierung für Reisende und Pilger, aber auch als stilles Andenken an Schicksalsschläge und Gelübde. Sie sind heute wertvolle Zeugnisse unserer regionalen Kulturgeschichte. Und unseres steht sogar in der Denkmalliste Rheinland-Pfalz – es darf also nicht ohne Genehmigung verändert oder entfernt werden, selbst wenn es auf Privatgrund steht.

Nachdem das Kreuz plötzlich verschwunden war, blieb sein Verbleib trotz Polizeimeldung und Zeitungsaufrufen lange ein Rätsel. Doch die beiden engagierten Müllenbacher Bürger Hermann Bierschbach und Martin Zimmer ließen die Sache nicht ruhen. Mit Geduld und detektivischem Spürsinn verfolgten sie Hinweise und entdeckten das Kreuz schließlich auf einer Burg am Rhein. Deren Besitzer war einst Grundstückseigentümer in Müllenbach und hatte angenommen, das Kreuz gehöre zu seinem Grundstück. Nach Aufklärung der Hintergründe zeigte er sich sehr kooperativ, und das wertvolle Denkmal konnte wieder in die Heimat zurückkehren.

Ortsbürgermeister Matthias Rieder machte sich persönlich auf den Weg zur Burg, um das Kreuz abzuholen. Unser Gemeindearbeiter setzte es anschließend an seinem ursprünglichen Platz wieder ein – im Beisein von Hermann Bierschbach und Martin Zimmer, die damit den Fall endgültig lösen konnten.

Nach einer Spurensuche mit detektivischem Gespür steht das Wegekreuz von 1719 nun wieder dort, wo es hingehört – ein Stück Geschichte unseres Ortes, das dank der Aufmerksamkeit und des Engagements zweier Bürger bewahrt wurde.

Tanja Krämer, Erste Beigeordnete